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Entgegen dem heute bei uns noch immer aus der damaligen Siegersicht weit verbreiteten Narrativ des tumben, germanischen Agressors war Deutschland nicht der alleinige Hauptverantwortliche für den ersten Weltkrieg (was inzwischen vor allem zeitgenössische, seriöse anglo-amerikanische Geschichtswissenschaftler schon gar nicht mehr in Frage stellen) und forcierte auch nicht besonders aktiv die diesem Konflikt vorausgehende Hochrüstungsphase der führenden europäischen Mächte. Man war auch bereit gewesen, hinter der britischen Flotte bewusst zurück zu stehen und nur einen Anteil von 2/3 der britischen Flotte für die deutsche Marine zu akzeptieren, was nie erreicht wurde. Ganz im Gegenteil, Deutschland war sogar eher schlecht vorbereitet für einen großen Krieg, jedenfalls schlechter als die den Krieg besonders befürwortenden Briten und Franzosen und die von ihnen aufgestachelten Russen.
Das galt inbesondere auch für die Marine. Obwohl dem deutschen Kaiser die Marine sehr am Herzen lag, gab es nie die Absicht, die damalige auch maritime Weltmacht Großbritannien wirklich ernsthaft herauszufordern. Die Unterseeboote wurden (wie auch in Grßbritannien) nicht als besonders wichtig betrachtet. Man verfügte nur über wenige Unterseeboote und die kleinen deutschen U-Boote des UB Typs wurden daher rasch entwickelt, um im ersten Weltkrieg schnell eine größere Anzahl von U-Booten wenigstens für den küstennahen Bereich zu haben. Die Entwicklung hochseetauglicher, größerer Boote verzögerte sich wegen technischer Probleme nämlich noch etwas. Von diesem ersten in größeren Stückzahlen gebauten deutschen U-Boot-Typ „UB-I“ wurden 17 Stück für Deutschland und 3 für Österreich gebaut. Die drei österreichischen Boote gingen dort als k.u.k U-15, U-16 und U-17 in Dienst. Von den 17 Booten, die in Deutschland zuerst in Dienst gestellt wurden, gingen 3 weitere ebenfalls nach Österreich. Das waren die Boote UB-1, (k.u.k. U-10), UB-8 (k.u.k U-8) und UB-15 (k.u.k. U-11).Von denen wurde dann UB-8 / k.u.k. U-8 wiederum an Bulgarien weitergegeben und dort als U-18 in Dienst gestellt.
Aus dem Typ UB-I wurde der etwas vergrößerte und verbesserte Typ UB-II (30 Boote gebaut) und dann noch der hochseetaugliche Zweihüllentyp UB-III (89 Boote gebaut) entwickelt.
Das erste UB-I Klasse Boot der neuen Typenreihe Typ 10 der k.u.k. Marine wurde am 1. November 1914 bei der Germania-Werft in Kiel zu bauen begonnen. Der Stapellauf und die erste Erprobung als deutsches U-Boot UB-1 erfolgte ab 22.1.1915 in Kiel. Inzwischen war das Boot an Österreich verkauft worden, nach den Probefahrten wurde es in drei Sektionen zerlegt und per Straßentransport in den österreichischen Haupt-U-Boot-Hafen Pola verschickt, dort wieder montiert und im Mai/Juni 1915 begannen die Abnahme- und Probefahrten dieses ersten österreichischen UB-1 Bootes. Am 12.7. 1915 wurde UB-1 dann als S.M.U.10 in Dienst gestellt. Nur kurze Zeit später folgte das unter österreichischer Flagge fahrende deutsche Schwesterboot UB-3 (österreichische Registrierung als U-9) nach. Das deutsche UB-15 (dann später K.u.k S.M.U-11) wurde ebenfalls im Mai in Pola in Betrieb genommen, k.u.k S.M.U-15 folgte im Juni und k.u.k S.M.U-16 und S.M.U-17 im Oktober 1915. Die Boote hatten anfänglich flachere Türme mit einer Reling, an der eien Persenning befestigt werden konnte, etwas später wurden an den meisten österreichischen Booten feste Blechverkleidungen aufgesetzt, vermutlich zuerst an U-10, später an weiteren Booten.
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Von U-10 gibt es einige gute Bilder, die es mit der neuen Turmform zeigen und auch den Anstrich mit dunklem Rumpf, vermutlich das übliche österreichische dunkelblau, und einem hellgrauem Turm zeigen. Die Unterwasserfarbe für österreichische Schiffsrümpfe war in der Regel dunkelgrün. Der Knackpunkt dabei ist, dass nicht ganz klar ist, wann die Umrüstung auf die neue Turmverkleidung stattfand, es gibt zu U-10, das wohl tatsächlich das erste Boot damit war, dazu verwirrende Bildangaben, die sowohl angeblich aus 1917 das Boot noch ohne diesen zeigen, andere Bilder jedoch sprechen von Anfang 1916. Bei mir wurde die Erprobung des neuen Turms daher bereits an diesem Boot im Sommer 1915 durchgeführt… Die anderen UB Boote folgten (teilweise) später nach. U-8 erhielt wohl nie eine, U-16 erst relativ spät.
U-10 war mit einer 47 mm Revolver-Kanone bewaffnet, die vor dem Tauchen in einer Staukiste vor dem Podest mit der Lafette verstaut werden musste. Ob der massive Netzschneider an U-10 angebaut war, schein nicht klar zu sein, Bilder dazu fehlen (mir), aber ein erstes Typboot wurde sicherlich auch mit allen möglichen Ausrüstungen getestet, auch wenn sie später vielleicht wieder abgebaut wurden.
Bereits während der Probefahrten von Pola aus konnte U-10 noch unter deutschem Kommando (Oblt.z.S. Wäger) am 26. Juni 1915 im Golf von Venedig das italienische Torpedo-Boot 5 PN durch Torpedotreffer versenken.
Es sank am 9.7.1918, als es bei Venedig vermutlich auf eine Seemine lief, konnte aber auf Strand gelegt werden und es gab keine Personalverluste. 1920 erfolgte die Verschrottung durch Italien.
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Das Modell ist 3D gedruckt und kommt von einem Hersteller, der sich "ub1418" nennt, womit der Name schon Programm genug ist. Ich begrüße solche ambitionierten Modellprojekte immer, aber in diesem Fall bin ich etwas zwiespältig, was am Ende die Qualität des Modells angeht.
Ich habe schon einige 3D Modelle seit dem Beginn dieser "Revolution" gebaut und leider sind die Rumpfteile bei diesem Modell nicht das, was ich als verwöhnter Plastikmodellbauer haben möchte und was teilweise auch schon recht glatt aus dem Resin-Drucker kommt.
Der Schichtaufbau ist deutlich zu sehen und muss mühsam verfüllt und verschliffen werden, was naturgemäß nicht an allen Stellen mit Details gut gelingen kann. Die Mitgeleiferten Details sind von besserer Qualität, aber auch nicht gerade besonders filigran.
Der Zusammenbau stellt einen nicht vor große Probleme, wenn man gewohnt ist, mit Sekundenkleber zu arbeiten. Da ich das Boot in einem Diorama verwenden wollte, bei dem es im Wasser liegt, habe ich die untere Rumpfhälfte abgesägt und somit ein Wasserlinienmodell daraus gemacht.
Nach der Glättung des Rumpfes und einer Grundierung spritzte ich das Boot in den überlieferten Farben, nämlich das Unterwasserschiff grün, den Rumpf blau und den Turm hellgrau. Anschließend wurde die Reling und die Antennenanlage verspannt.
Zusammen mit dem k.u.k. Holland-Boot U-12 kam es dann in in ein kleines Diorama.
Zur Vorstellung des k.u.k. U-Bootes U-12 geht es hier:
Zum Diorama "U-Boote im Hafen von Pola" geht es hier:
Hier noch ein paar Bilder aus der Roh-Bauphase:
Für größere Bilder auf die Abbildungen klicken!
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Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten. G.Ch. Lichtenberg (1742-1799)