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1904 fand das erste internationale Automobilrennen in Deutschland statt. Es war ein Meilenstein in der Automobilgeschichte Deutschlands, das Land, das sich als den Erfinder des Automobils ansah (so wie Frankreich und England übrigens auch…). Seit die ersten Automobile unterwegs waren, gab es einen permanenten Wettstreit, wer das bessere (schnellere bzw. zuverlässigere) Fahrzeug herstellte. In allen Ländern mit Automobilindustrie (besser wohl Manufakturen) gab es schon in den 1890er Jahren nationale Rennveranstaltungen, besonders in Frankreich, das in den Anfangsjahren die führende Rolle im Automobilbau innehatte.
1899 stiftete Gordon Bennett Jr. zur Hebung der Auflage seiner Zeitungen einen Preis für ein internationales Automobilrennen für das erste Rennen im Jahr 1900. Die teilnehmenden Mannschaften durften nur für ihre Länder antreten, wenn das jeweilige Auto zu 100% aus dem Land kam. Die Fahrer durften überall her kommen. Der „Siegerstaat“ richtete jeweils im Folgejahr das nächste Rennen aus. Die Rennserie endete 1905 nach dem dritten französischem Sieg und der Pokal steht daher heute in Paris im Museum des französischen Automobilklubs. An einer Neuauflage 1906 war Frankreich nicht mehr interessiert, da bei der Vielzahl an französischen Herstellern nur 3 Startplätze in einem Rennen zu wenig erschienen. Man initierte daher 1906 den Grand-Prix. Damit war das Gordon Bennet Rennen prinzipiell der Vorgänger der Grand-Prix-Serie und somit auch der heutigen Formel 1.
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| Der französische Wagen Nr.5 des späteren Siegers. | Der deutsche Wagen Nr. 1 von Camille jenatzky | Um diesen prächtigen Silberpokal ging es. | Die Flagge des "Deutschen Automobil Clubs". |
Die Gordon Bennett Rennen nahmen 1902 an Bedeutung zu, als das 4. Rennen nach Irland kam und dort 1903 bei größerer internationaler Beteiligung Camille Jenatzky auf einem 60 PS Mercedes-Daimler der Sieg für Deutschland gelang. Mercedes hießen die Fahrzeuge seit 1900, da Emil Jellinek einen Großauftrag über 36 Automobile unter der Bedingung platzierte, dass die Fahrzeuge den Namen seiner Tochter Mercedes tragen sollten.
Somit fiel die Ausrichtung des 5. Gordon Bennett Rennens dem Deutschen Automobil Club (DAC) zu. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. war bekanntlich neuer Technik gegenüber sehr aufgeschlossen und das galt auch insbesondere dem Automobil gegenüber. Deshalb machte er diese Veranstaltung zur „Chefsache“ und nutzte die Gelegenheit, der Welt gegenüber deutsche Perfektion, Organisation und Modernität zu demonstrieren. Außerdem wollte er sein mit größtem Herzblut initiiertes Projekt der Rekonstruktion des Römerkastells Saalburg der Welt präsentieren.
Deshalb fand 1904 das Rennen direkt vor der Saalburg mit Start und Ziel in einer Art römischen Zirkusanlage mit Kaiserloge auf
einem 137,5 km Rundkurs durch den Taunus statt. Insgesamt betrug die Länge der Strecke 508,96 km. Die Fahrer starteten nacheinander
und fuhren gegen die Uhr.
Am Start waren letztlich 6 Nationen mit jeweils drei Fahrzeugen, die erstmals jeweils eine Rennfarbe hatten, um sie besser unterscheiden zu können. Belgien war gelb, Deutschland weiß, England dunkelgrün, Frankreich blau, Italien schwarz, Österreich schwarz-gelb und das dann doch nicht teilnehmende schweizer Fahrzeug sollte rot-gelb sein. Die jeweiligen nationalen Automobilklubs waren die offiziellen Vertreter. Frauen durften nicht als Fahrer benannt werden.
Das „trocken Gewicht“ der Fahrzeuge musste zwischen 400 und 1000kg liegen, zwei Fahrer mit mindestens 120kg Gesamtgewicht waren vorgeschrieben. Das deutsche Fahrzeug von Camille Jenatzky (Startnummer 1) belegte 11 Minuten nach dem französischen mit der Nr. 5 zwar nur Platz 2, aber das Rennen an sich war ein Riesenerfolg, besonders für Mercedes-Daimler. Die Prämie war ein 40-PS Mercedes. Die im Rennen eingesetzten 90-PS Mercedes wurden zum Verkaufsschlager, ebenso wie die 40-PS und 28-PS Modelle. Baron Pierre de Caters als weiterer deutscher Starter auf einem 90-PS Mercedes wurde Dritter. Er hatte kurz zuvor auf dem fliegenden Kilometer mit diesem Wagen einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord mit 156,5 km/h aufgestellt. Er bekam daher den ausgelobten 28-PS Mercedes, zahlte aber einen Aufpreis, um einen 40-PS Mercedes zu bekommen. Der Sieger Leon Thery (Startnummer 5) fuhr einen Richard-Brasier.
Auf dem verbesserten Modell 1905 gewann er dann im Folgejahr den 3. Titel und die Rennserie endete damit und wurde 1906 durch den neu geschaffenen Grand-Prix ersetzt.
Kaiser Wilhelm fuhr in Bad-Homburg bei diesem Großereignis erstmalig mit seinem neuen Mercedes 28 PS vor, bestellte aber direkt nach dem Rennen einen neuen 40-PS Mercedes.
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Hier der Mercedes-Simplex in der 40PS Sportausführung von 1904, den Pierre Baron de Caters als Prämie für seinen dritten Platz beim Rennen erhielt. |
Es gibt ein ganz tolles Diorama vom Gordon Bennett Rennen 1904 im Eisenbahnermaßstab 1:87. Udo Schlemmer, ein gewerblicher Modell- und Dioramenbauer, hat diese prächtige Diorama für das private Fahrzeugmuseum „Central-Garage“ in Bad Homburg als ein sehr schönes, detailverliebtes, realistisches, großes Modell bzw. Diorama zum Gordon-Bennett Rennen 1904 gebaut.
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| Die Rennfahrzeuge auf dem Platz vor der Tribüne. | Die Haupttribühne. |
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| Das linke Tor (Porta Principalis Sinistra) des Kastells. | Und nocheinmal eine Gesamtansicht. |
In außerordentlicher künstlerischer und handwerklicher Perfektion zeigt dieses einmalige und beeindruckende Diorama, nach Originalplänen und Fotos perfekt nachgebaut, die damals erbaute Tribüne im Start/Ziel Bereich des Rennens im Stile einer antiken Arena samt ihres Umfelds mit der Gastronomie, dem Sammelplatz der Fahrer und dem gleich nebenan befindlichen und damals noch nagelneu rekonstruierten römischen Kastell Saalburg. Das Diorama enthält neben den perfekt gebauten Architekturmodellen hunderte von Figuren und dutzende Fahrzeuge und Kutschen, darunter alle teilnehmenden Rennfahrzeuge und den damaligen Kaiserwagen samt Kaiser und zugehöriger Entourage.
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Hier nun noch mal meine etwas vereinfachte Darstellung einer Szene zu dem Ereignis vor dem hinteren (heute als Haupteingang dienenden) Tor des Kastells, also vor der "Porta Decumana".
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Der 28-PS Mercedes im Maßstab 1:72 ist ein 3D gedrucktes Modell von Germania Figuren und besteht nur aus wenigen Teilen. Er entspricht den mir bekannten Bildern ungefähr, aber bei der Heckpartie scheint es etwas abweichende Ausführungen gegeben zu haben. Das in der Sonderausstellung in der Central garage ausgestellte Teilmodell in 1:1 sieht etwas anders aus. Auch auf anderen Bildern gibt es Unterschiede, aber das Bild vom Gordon Bennett Rennen in Bad Homburg scheint aber dieser im Model wiedergegebenen Ausführung weitestgehend zu entsprechen. Eine Verglasung der Passagierkabine ist am Modell nicht vorgesehen, die habe ich aus durchsichtigem Verpackungsmaterial erstellt. Die Passagierkabine war innen wohl dunkelblau gepolstert, das Fahrzeug selbst war wohl vermutlich weiß oder chremfarbig mit dunkelblauen Kotflügeln / Schutzblechen lackiert. Die Reifen waren sehr hell, wie das Gummi damals üblicherweise noch war. Bei Germania gibt es auch eine Vielzahl an passenden 3D gedruckten Figuren rund um das Themengebiet Gordon-Bennett Rennen 1904 mit Zuschauern, Fahrern, Reportern. Alles in allem eine tolle Idee und es gibt damit die Möglichkeit, dieses in Vergessenheit geratenen Ereignis sehr schön zu würdigen.
Mir fiel es lange schwer, brauchbares Refernzmaterial zu dem Ereignis zu finden. Zum Glück gab es dann in der "Central Garage" in Bad Homburg, einem kleinen, aber feinen privaten Auto-Museum, eine Sonderausstellung zum Thema "Gordon Bennett" Rennen von 1904.
Eine Illustration in einer französischen Zeitung zeigt Wilhelm II. beim Gordon Bennett Rennen von Homburg in einer Husarenuniform mit roter Jacke in der Kaiserloge. Daran habe ich mich als Vorlage gehalten. Dazu kam das einzige mir bekannte Bild des erstmalig bei diesem Ereignis benutzten Kaiserwagens, eines neuen Mercedes Simplex mit 28 PS und in der Ausstellung der "Central Garage" in Bad Homburg ein Nachbau des Hinterteils des Wagens (für einen Film) der die Farbgebung nachvollziehbar macht.
Hier noch ein paar Detailbilder zur Bauphase:
Für größere Bilder auf die Abbildungen klicken!
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Für größere Bilder auf die Abbildungen klicken!
"In der auswärtigen Politik bin Ich entschlossen, Frieden zu halten mit jedermann, so viel an Mir liegt. Meine Liebe zum deutschen Heere und Meine Stellung zu demselben werden Mich niemals in Versuchung führen, dem Lande die Wohlthaten des Friedens zu verkümmern, wenn der Krieg nicht eine durch den Angriff auf das Reich oder dessen Verbündete uns aufgedrungene Notwendigkeit ist. Deutschland bedarf weder neuen Kriegsruhms noch irgend welcher Eroberungen, nachdem es sich die Berechtigung als einige und unabhängige Nation zu bestehen endgültig erkämpft hat." Thronrede vom 25. Juni 1888, in: Wilhelm II.